Millionen; Der Tod des Iwan Lande: Zwei Novellen by M. Artsybashev

(4 User reviews)   324
By Jason Bauer Posted on Jan 12, 2026
In Category - Classic Humor
Artsybashev, M. (Mikhail), 1878-1927 Artsybashev, M. (Mikhail), 1878-1927
German
Hey, I just finished this intense little book from early 1900s Russia, and it’s still rattling around in my head. It’s two novellas, but they feel connected by a single, brutal question: what happens when you get exactly what you think you want, and it ruins you? The first story, 'Millions,' is about a man who wins the lottery and watches his life unravel. The second, 'The Death of Ivan Lande,' follows a man obsessed with his own impending death. It’s not a cheerful read, but it’s gripping in the way a car crash is—you can’t look away from the human wreckage. If you like stories that pick apart the soul with a sharp knife, this is for you.
Share

Read "Millionen; Der Tod des Iwan Lande: Zwei Novellen by M. Artsybashev" Online

This book is available in the public domain. Start reading the digital edition below.

START READING FULL BOOK
Instant Access    Mobile Friendly

Book Preview

A short preview of the book’s content is shown below to give you an idea of its style and themes.

Zwischen dem dunklen Himmel und dem Meer schwebte der Schein des Mondes. Rund und klar stand er, gleichmäßig wie ein Rauchschleier, über dem Horizont. In den Ästen der Gartenbäume schwankten und hüpften kleine bunte Lampions, als wären sie ein Schwarm feuriger Kolibris, an unsichtbaren Drahtfäden auf und nieder. Von der sinnlos beleuchteten Bühne her, wo ein schwarzgekleideter Kapellmeister komisch wie ein Hampelmann Arme und Frackschwänze herumschleuderte, als ob er in jedem Augenblick davonfliegen wollte, wirbelten festgeprägte Geigentöne nach allen Seiten, sprangen auf, lachten, sangen, und flogen in leichtem kapriziösem Reigen durch die dunklen Bäume zum offenen, lichtbegossenen Seestrand hinaus. Dort tanzten sie vor den Blicken des hellen Mondes, unsichtbar und unbestimmbar in ihrem gespensterhaften Augenblicksleben. Seine kraftvollen Arme auf dem kalten Marmor des Tischchens verschränkt, blickte Mishujew in finsterem Schweigen zur Seite. Sah er auf die Bühne, schien ihm seine Umgebung voll sinnlosen Lärms und kleinlicher Hast, wenn er sich aber dem Meer zuwendete, dann war alles majestätisch-ruhig und nachdenklich-frei, wie der hohe helle Mond selbst. Sein welliger, blonder Bart und die massigen Schultern erweckten die Vorstellung schwerer Kraft und harter Willensstärke, aber seine Augen waren ungesund, eingefallen, als wenn sie den Tod in sich trugen. Am benachbarten Tisch zechte eine kleine Gesellschaft: die Herren mit Hüten, welche unternehmend auf den Seiten eingeknickt waren und reizvolle Frauen mit auffallend schönen Gesichtern und unnatürlich blaugeschminkten Augenlidern. Man lachte sehr laut, stieß gegenseitig mit wespenschlanken Kelchen an und witzelte ohne Unterlaß. Bei jedem Scherz erhoben sie ihre Stimmen und schauten sich nach Mishujew um, wobei sie unwillkürlich ein glänzendes, erwartungsvoll suchendes Aussehen annahmen. In der Nähe standen vornübergebeugt die Kellner, hielten zärtlich ihre weißen Servietten unter dem Arm und wandten kein Auge von Mishujew ab, als wären sie bereit, sich auf seinen ersten Wink kopfüber ins Meer zu stürzen. Mishujew sah alles das und bemerkte doch nichts. Früher hatte es ihn zuweilen noch amüsiert, jetzt war es ihm nur zu ärgerlicher Gewohnheit geworden, wie die Luft, von der man sich niemals trennen kann und die man dabei selten notwendig hat. »Theodor, warum siehst du heute so verärgert aus?« fragte ihn Maria Sergejewna, während sie mit den Fingern schüchtern über seinen gespannten Ellbogen fuhr. Sie trug ein herausfordernd schönes Kleid, das ihre Füße nur ganz wenig freiließ. Auf ihrem dunklen üppigen Haar schwankten die zarten Blumen ihres Hutes, die traurig zu den angeschminkten Wangen, den müde flimmernden Augen und den leidenschaftlich roten Lippen paßten. Schwerfällig wie ein kranker Bulle schob ihr Mishujew seinen breiten Kopf entgegen, blieb aber stumm. Sie war noch immer so erregend schön, wie ehemals, und ebenso leuchtete noch ihr ungewöhnlich gepflegter Körper durch die schwarzen Spitzen. Bei ihrem Anblick überkam alle Männer die drängende Vorstellung von irgend welchen unmöglichen, märchenhaften Genüssen. Doch in Mishujew war durch die einfache Tatsache, daß sie ihren eigentlichen Namen -- Maria Sergejewna -- verloren hatte und jetzt Mary hieß, und daß sie ihn nicht mehr »Fedja« und »Sie« nannte, sondern mit »Theodor« und »Du« anzusprechen begann, daß sie ihren Mann verließ, um mit ihm zusammenzuleben, -- durch dies alles war in ihm die ehrfurchtsvolle Leidenschaft, die er für sie noch bis in die letzte Zeit empfand, ertötet worden. Von Zeit zu Zeit schlug kalter, unerklärlicher Widerwillen in ihm hoch. Selbst wenn Mishujew ihren nackten unterwürfigen Körper, der schüchterne Liebkosungen heischte, mit bestialischer Gier zerquetschte und küßte, hatte er nicht mehr das einstige Gefühl der Lust, sondern nur ein schales, grausames Vergnügen, unnatürliche Lagen, die ihr Schmerzen, Erniedrigungen brachten, zu erfinden. Es schien, als rächte er irgend etwas an ihr, worunter er selbst unaussprechliche Qualen litt. Maria Sergejewna verstand den Grund, und so wurden ihre...

This is a limited preview. Download the book to read the full content.

Artsybashev’s book packs a serious punch for something so slim. These two stories are like dark mirrors held up to the human condition.

The Story

In 'Millions,' a poor clerk wins a massive fortune. Instead of joy, the money acts like a poison, exposing the greed and pettiness in everyone around him, including himself. His relationships crumble, and the 'dream life' becomes a prison of suspicion and emptiness. 'The Death of Ivan Lande' is even more interior. A young man becomes fixated on the fact that he will die. This obsession consumes him, coloring every experience and relationship with a shadow, as he tries to understand how to live when the end is all he can think about.

Why You Should Read It

What got me was how modern these century-old stories feel. Artsybashev doesn’t judge his characters; he just puts them under a microscope. We watch the lottery winner make terrible choices, and instead of blaming him, you start to wonder what you’d do. Lande’s existential spiral is uncomfortable because it feels so honest. The writing is direct and clear, which makes the psychological descent even more powerful. It’s a masterclass in showing how our biggest desires—for wealth, for meaning—can eat us alive.

Final Verdict

This isn't a book for someone looking for a light escape. It’s for readers who love character-driven, philosophical fiction that leaves a mark. Think of it as a Russian cousin to the works of Albert Camus or Fyodor Dostoevsky, but with a sharper, more focused edge. If you enjoy stories that confront the messy, often dark, corners of the human psyche, you’ll find this short collection profoundly memorable.



⚖️ Free to Use

This work has been identified as being free of known copyright restrictions. Thank you for supporting open literature.

Carol Lewis
2 months ago

I didn’t realize how engaging this would be until the plot twists are genuinely surprising without feeling cheap or forced. An impressive piece of work.

Christopher Thomas
1 month ago

Honestly, the content flows smoothly from one chapter to the next. An excellent read overall.

Anthony Jackson
3 months ago

Given the topic, the tone remains consistent and professional throughout. Truly inspiring.

Elizabeth Hernandez
1 month ago

What caught my attention immediately was that the clarity of explanations makes revisiting sections worthwhile. A solid resource I will return to often.

5
5 out of 5 (4 User reviews )

Add a Review

Your Rating *
There are no comments for this eBook.
You must log in to post a comment.
Log in

Related eBooks