Gedancken von Schertzen by Georg Friedrich Meier

(4 User reviews)   538
By Jason Bauer Posted on Jan 12, 2026
In Category - Comedy Writing
Meier, Georg Friedrich, 1718-1777 Meier, Georg Friedrich, 1718-1777
German
Okay, so I just finished this wild 18th-century German philosophy book about jokes. Yes, jokes. 'Gedancken von Schertzen' is basically a serious academic paper trying to figure out what makes something funny. Imagine a very proper, powdered-wig-wearing professor sitting down to dissect a pun or a pratfall with the same intensity as a math problem. The main conflict is the book itself: can you really use cold, hard logic to explain why we laugh? Meier tries, and it's fascinating to watch him wrestle with something so human and messy using the rigid tools of his time. It's a surprisingly fun peek into how people over 250 years ago thought about humor, and it might just make you question what you find funny yourself.
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reizend, daß es nothwendig Nachahmungs Begierde verursachen muß. Ich bin so eitel oder so dreist, zu bekennen, daß ich seit geraumer Zeit einen heftigen Trieb in mir empfunden, diesen erwehnten Vorgängern zu folgen. Ich habe aber denselben bisher nur durch einem blossen Wunsch stillen, oder vielmehr unterhalten und verstärcken können. Und jetzo wage ichs in diesen Blättern, meiner Begierde den Ausbruch zu verstatten. Ich kan nicht läugnen, daß ichs mit einiger Bangigkeit thue. Der Geschmack unserer deutschen Kunstrichter ist schon so zart und edel, daß ich zu sehr mit meiner eigenen Arbeit zufrieden seyn müste, wenn ich diese Bogen, ohne alle Furchtsamkeit, ans Licht treten liesse. Ich unterstütze mich, durch das Vertrauen auf die Gütigkeit meiner +Geehrtesten Leser+, daß sie wenigstens meinen guten Willen nicht mißbilligen werden, wenn auch meine Kräfte zu matt gewesen seyn solten, eine Arbeit zu liefern, die des Beyfalls der Kunstrichter völlig werth wäre. Ich habe verschiedene Gründe gehabt, warum ich eben von Schertzen meine Gedancken habe drucken lassen. Ich stehe in der Meinung, daß der verdorbene und pöbelhafte Geschmack am häuffigsten noch in den Schertzen herrsche. Man mag nun die Schertze verstehen, die in dem täglichen Umgange vorkommen; oder diejenigen, die unter den Vortrag, es sey derselbe ein mündlicher oder schriftlicher, gemengt werden; oder diejenigen Spasse, die auf der Schaubühne vorgetragen werden. Ich glaube, daß der gantze vernünftige Theil meiner Landesleute überzeugt ist, daß es zu wünschen wäre, daß die Deutschen, auch im spassen, den feinen Geschmack herrschen liessen. Und ich kan mich nicht besinnen, daß eine ausführliche Abhandlung der Schertze in unserer Muttersprache schon vorhanden wäre. Das letzte kan ein Irrthum seyn, und so ists eine Unwissenheits-Sünde, die mir also um so viel eher vergeben werden wird. Dazu kömmt noch, daß eine jede andere Materie, die in das Reich des Geschmacks gehört, und die ich hätte ausführen können, mir jetzo entweder zu schwer oder zu weitläuftig gewesen, und ich halte es für eine vernünftige Maxime eines Schriftstellers, wenn er eine Materie erwehlt, durch die er sich völlig ausdehnen kan. Ich habe hin und wieder, in diesen Blättern, meine Betrachtungen, eine Critik der Schertze, genennt. Ich weiß nicht, ob alle meine +Leser+ diese Benennung werden genehm halten. Sie haben vielleicht einen andern Begriff von der Critik, als ich mir gemacht habe, und ich kan mich zwar in diesem engen Raume einer Vorrede, nicht weitläuftig in die Untersuchung des Begriffs der Critik einlassen, doch fodert die Rechtfertigung meines Gebrauchs dieses Worts, daß ich meine Begriffe von der Critik überhaupt mit wenigen vortrage. Die Critik, im allerweitesten Umfange, ist die Wissenschaft von den Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten zu urtheilen. Sie erstreckt sich über alle mögliche Dinge, und alle Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten derselben. Diese Critik theilt sich in zwey Hauptäste. Der erste ist die Kunst, den Geschmack zu bilden, und lehrt von den Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten, auf eine sinnliche Art, urtheilen. Diese Kunst erstreckt sich über alle sinnliche Vorstellungen, aller Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten, aller Dinge. Sie fängt von den Heldengedichten an und geht bis auf die Haarlocken der Stutzer, und Schminckpflästerchen auf den Wangen der Schönen herunter. In hunderttausend Dingen, von dieser Art, kan ein edler und pöbelhafter, ein feiner und grober, ein reiner und verdorbener Geschmack herschen, und man darf sich also nicht wundern, daß diese Kunst ihre Grenzen so weit ausdehnt. Der andere Haupttheil der Critik, lehrt die Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten aus deutlichen Begriffen beurtheilen, und bekommt so viele besondere Theile, als es Arten der Vollkommenheiten und Unvollkommenheiten gibt. Andere schrencken den Begriff der Critik enger ein, und verstehen darunter, die Wissenschaft historische und vermischte Schriften zu beurtheilen. Im engsten Verstande versteht man darunter die Wissenschaft, die...

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Georg Friedrich Meier's Gedancken von Schertzen (Thoughts on Jokes) is exactly what it sounds like. Published in 1744, it's a philosophical investigation into the nature of humor. Meier, a disciple of the famous thinker Christian Wolff, applies the strict, logical methods of his school to a subject that seems anything but logical: laughter. He breaks down jokes into categories, analyzes their structure, and tries to establish rules for what makes them work. Think of it as an early, very earnest attempt to build a science of comedy.

Why You Should Read It

This book is a gem for anyone curious about the history of ideas. Reading Meier is like getting a time capsule of the 18th-century mind. His examples are dated (you won't find any memes here), but the core questions are timeless. What's the line between clever and offensive? Why does surprise make us laugh? His struggle to pin down something as slippery as humor with his era's tools is both admirable and unintentionally funny. You end up learning less about a universal 'theory of funny' and more about how one very smart man from a different world tried to make sense of it.

Final Verdict

This isn't a light beach read. It's for the intellectually curious—readers who enjoy history, philosophy, or cultural studies. If you like books that explore how people in the past thought about everyday things, you'll find this captivating. It's perfect for fans of Sarah Bakewell's How to Live or anyone who enjoys seeing old ideas collide with timeless human experiences. Just don't expect to come away with a foolproof formula for writing comedy sketches.



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Dorothy Thompson
5 months ago

From a reader’s standpoint, the balance between theory and practice is exceptionally well done. This has earned a permanent place in my collection.

John Hall
1 month ago

I went into this with no expectations and the interplay between the protagonists drives the story forward beautifully. Worth every second of your time.

Dorothy Miller
1 month ago

I didn’t think I would enjoy this, but the author's voice is distinct, making the complex topics easy to digest. A solid resource I will return to often.

Jackson Jackson
2 months ago

This caught my eye instantly and the structure allows easy navigation and quick referencing. I appreciate the effort put into this.

5
5 out of 5 (4 User reviews )

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